Die Eingleisstrecke, auch bekannt als „Quietschkurve“ von Altona ist mehr als irgendeine alte Infrastruktur - neben dem Backsteinbau der Kleiderkasse, dem Stahlbeton-Bahnwasserturm und den markanten Hallengerippen ist sie eines der letzten Relikte, das in der Mitte Altona vom ehemaligen Güterbahnhof übriggeblieben ist. Zudem ist sie denkmalwürdig - und trotzdem soll sie spätestens dann abgerissen werden, wenn der neue Bahnhof am Diebsteich eröffnet.

Die leichte, geschwungene Hochstraße aus Stahl wurde 1959 bis 1961 errichtet. Sie überbrückt in einer langen Kurve von insgesamt 345 Metern in einer lichten Höhe von 5,30 Metern den heute stillgelegten Güterbahnhof und wird von drei Betonpfeilern und zehn einstieligen Pendelstützen aus Stahl getragen. Erstmals bei einer Eisenbahnbrücke wurde der Überbau in drei Ebenen gekrümmt: Er hat eine leichte Neigung, ist Teil einer Kurve und wurde deshalb auch leicht verwunden, damit das überhöhte äußere Gleis die Fliehkräfte aufnehmen kann.
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Die Ingenieure lobten seinerzeit die geringen Baukosten, die kurze Bauzeit und den klaren Aufbau, „der dem Auge wohltut und der keinen Schmutz fängt“, wie der Ingenieurbau-Experte Sven Bardua in seinem Buch „Die Stadt und das Auto“ beschreibt. Doch seit 2006 kann die Brücke aufgrund von Schäden nur noch langsam und mit begrenztem Gewicht befahren werden - und soll daher über kurz oder lang abgerissen werden.
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Umso spannender ist eine Vision, die die Grünen-Fraktion in die Altonaer Bezirksversammlung einbrachte: die Quietschkurve als begehbare „Highline“ und Aussichtsplattform zu erhalten. Der Denkmalverein würde eine solche Umnutzung sehr befürworten, die allerdings auch mit entsprechenden Investitions- und Betriebskosten verbunden wäre. Angesichts knapper öffentlicher Kassen wäre es daher wünschenswert, wenn sich eine Initiative aus der Nachbarschaft in der Mitte Altona für das Thema begeistern und die Vision vorantreiben würde.

Historische Fotos: Sven Bardua
Aktuelle Fotos: Kristina Sassenscheidt